Volkers kleines Arvakur Tagebuch

Magie der Pferde, oder wenn Worte sinnlos werden…

Was ich seit Kurzem mit unserem Isländer Arvakur erleben darf, ist das Eindrucksvollste was ich seit Jahre erfahren darf. Es ist eigentlich nur vergleichbar mit meiner damaligen Begegnung mit Ayurveda, da hatte ich auch von Anfang an tief drinnen das Gefühl, das mich etwas berührt hat, was jenseits unserer Rhetorik liegt.

Beim Kontakt mit Pferden geht es nämlich um genau die gleiche Ebene wie im Ayurveda, hinter beidem steht die gleiche magische Kraft der Natur. In all meinen Ausbildungen versuche ich vom ersten Tag an, meinen Teilnehmern zu vermitteln, dass es komplett sinnlos ist, Ayurveda über eine Ebene zu erschließen, die wir Menschen als kognitiv oder auch als Wissen bezeichnen. Meiner Meinung nach ist der einzige Weg sich Ayurveda zu nähren der über Verständnis, Offenheit, Demut und Hinwendung.
Ich habe mir zwar auch mal Interesse halber ein Buch über Natural Horseman Ship gekauft, habe aber schnell festgestellt, dass es für mich dieser herkömmliche Weg wie ich mich sonst einem Thema nähere also ein Buch kaufen, googlen, überlegen oder einen Trainer befragen im Umgang mit Arvakur keinen Sinn macht.  keinen Sinn macht, weil ich mich lieber komplett intuitiv auf unseren Kleinen einlassen möchte.
Kein Lebewesen in der Natur agiert sonst auf diese Art und Weise, also erst lesen, dann handeln. Mein Gefühl ist, wenn ich Kontakt zu ihm aufnehmen will, ist das einzige was Sinn macht, nackt und frei zu werden. Im Prinzip dahin wieder zurückzugehen, wo wir herkommen. Meiner Meinung nach ist die einzige Ebene auf der wir mit Pferden kommunizieren können, ist völlige Offenheit, Freiheit, Demut, Vertrauen und ganz wichtig, die Bereitschaft hinzuhören. Damit fängt aber oft schon das Problem an, denn wie in jeder Beziehung und wenn dann mein Gegenüber auch noch so hoch empfindsam ist, funktioniert Kommunikation nur, wenn ich bereit bin, all diese Attribute auch selber mitzubringen oder zumindest offen dafür zu sein.
Das spannende am Kontakt mit Pferden ist für mich wie viel wir von ihnen lernen können, vor ihrer ganz selbstverständlichen Präsenz und Offenheit. Es liegt in der Natur der Sache, das Pferd ist einfach wie es ist, es kann nicht in unseren Kategorien denken, es kann nur rein intuitiv auf uns und auf das reagieren was wir sprichwörtlich ausstrahlen. Pferde reagieren ausschließlich auf das, was wir oft als Aura bezeichnen. Er spürt, riecht und fühlt wie wir drauf sind und nur darauf kann es reagieren.

Kontakt mit Außerirdischen, oder wie sage ich guten Tag?
Zur ersten Kontaktaufnahme mit Arvakur habe ich mich gefragt, wie würde ich mit einem Außerirdischen kommunizieren, bei dem ich auf den ersten Blick erkenne, dass er eher nicht meine Sprache versteht, mir empathisch bei weitem überlegen ist, ungefähr 400kg bis 500kg schwerer und doppelt so groß ist, wenn er auf die Hinterbeine geht.
Würde ich ernsthaft anfangen mit einem Strick vor ihm rumwackeln, mit einem Stock auf seinen Hintern und sein Gesicht zu deuten, anfangen wollen ihn rumzuschieben oder ihn hinter mir her zu ziehen? Wohl kaum, also ich eher nicht.
Wahrscheinlich würde er denken, ganz schnell wieder weg, was soll man von so einer Rasse bitte schön mitnehmen, geschweige denn lernen?

Das erste was ich hätte, wäre wohl eine ganze Ladung Respekt und ich würde auch erstmal ordentlich Abstand halten und nicht gleich volles Rohr in seine Aura latschen. Als erstes würde ich signalisieren, dass von mir keine Gefahr ausgeht und natürlich auch ganz fokussiert beobachten wie mein Gegenüber auf meine Signale reagiert.
Die einzigen sinnvollen Werkzeuge die ich in diesem Moment habe:
-Respekt, Aufmerksamkeit, Demut, Mimik, Gestik, Gedanken, Emotionen, Körpersprache und Stimme.

Natürlich ist es eine immense Herausforderung für uns Menschen und auch für mich natürlich auch, wenn wir uns auf einmal auf nichts anderes verlassen sollen, wie auf uns selbst. Auf einmal gibt es keine Sicherheiten mehr, keine Versicherungen, keine Zäune, keine Sprache, keine Logik, keine Vernunft, nichts vom dem was uns das ganze Leben lang eingehämmert wurde, funktioniert auf einmal mehr. Dann bist du richtig in der Scheiße und stehst auch noch mitten auf der Weide umringt von Arvakur und weiteren 5 Tonnen Pferd. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Hosen voll und weg
  2. Demütig und locker bleiben und grenzenlos vertrauen.

Ich habe mich für zweites entschieden und bin dann auch noch in die Hocke gegangen, was echt ein unheimliches Gefühl ist, denn dann werden sie ja noch größer…aber es war ein unbeschreiblicher Moment, als Arvakur mitten auf mich zukommt, den Kopf zu mir runternimmt und tief ausatmet…
Mal schauen wie es weitergeht!

Alles Liebe

Volker

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