Hautkrankheiten ganzheitlich heilen von dem Autor Volker Mehl – Teil I

Hautkrankheiten ganzheitlich heilen

Vorwort

Vom Parkett auf die Empore, ganzheitliche Aspekte von Heilung

Seit über 10 Jahre arbeite ich nun schon therapeutisch mit Menschen zusammen und immer wieder erlebe ich, dass bei vielen Menschen der Glaube besteht, für Heilung gibt es so eine Art super Knopf, den drückt man und alles ist gut. Dummerweise gibt’s den nicht, denn auch Krankheiten, vor allem im chronischen und seelischen Bereich haben auch nicht den einen alleinigen Auslöser. Wenn also die Ursachen für Krankheit vielfältig sind, liegt der Schluss relativ nahe, dass es auch für Heilung eine ganzheitliche Betrachtung braucht. „Ich glaube, ich muss so langsam mal was für meine Gesundheit tun und mal mehr auf meine Ernährung achten“. Sätze dieser Art, habe ich schon hundertfach gehört, geht auch schon mal in die richtige Richtung, aber nur das wird nicht reichen! Zur wirklichen Heilung braucht es einen, konsequent ganzheitlichen Ansatz und zu Beginn sollte vor allem die folgende Frage, aufrichtig und ehrlich beantwortet werden:

Stimmen mein denken, mein fühlen und mein handeln überein? Natürlich geht das im ersten Moment weit über ein paar Tipps für eine bessere Verdauung hinaus, es ist aber elementar wichtig sich einmal grundsätzlich mit seinem Leben zu beschäftigen, bevor man sich auf den Weg zur Heilung aufmacht.

-Wo stehe ich in meinem Leben?
-Wie geht es mir damit?
-Will ich diesen Weg weitergehen?
-Wo soll mein Weg hinführen?
-Bin ich bereit die nötigen Schritte für eine Veränderung einzuleiten?
-Habe ich ein Umfeld, dass mich bei diesem Weg unterstützt?

Ich weiß aus Erfahrung, dass ganz viele diesen Weg scheuen, weil es natürlich erstmal Arbeit bedeutet und unangenehm ist, aber genau das ist der Scheideweg an dem sich der eine für Heilung und ein anderer für verharren im Leid entscheidet. Jeder von uns hat die freie Wahl, welchen Weg er gehen will!

Haut als Spiegel der Seele, stimmt das?

Die Haut als Spiegel der Seele, jeder hat diesen Spruch wahrscheinlich schon einmal gehört, aber stimmt das wirklich? Also habe ich mich auf die Suche nach aktuellen Ansätzen gemacht und bin auf eine Studie der Uni Klinik Gießen gestoßen, die ich sehr interessant fand. Denn ganz so einfach wie man immer denkt, ist es in der Tat offenbar nicht. Eine der Hauptaussagen ist, es sei nicht alles psychisch, nicht jede Hautkrankheit beginne eigentlich im Kopf, sagt der Psychodermatologe Dr. Uwe Gieler. Die Haut als Seelenspiegel, das alte Bild, so einfach ist die Sache wohl nicht.

Dr. Uwe Gieler von der Uni Klinik in Gießen und andere Ärzte haben Hautpatienten in ganz Europa befragt, mehr als 3600 Menschen in 13 Ländern. Fast jeder dritte Patient, von Norwegen bis Italien, von Polen bis in die Türkei, war auch psychisch krank.

Nie zuvor sei in diesem Umfang nachgewiesen worden, dass Haut und Psyche oft gemeinsam leiden, sagt Gieler. Aber fängt die Haut zu jucken oder schuppen an, weil man niedergeschlagen ist? Oder ist es andersherum? „Beides ist denkbar“, sagt Gieler. Die Beziehungen zwischen Haut und Psyche sind vielfältig – und komplizierter als das Bild vom „Spiegel der Seele“.

Erdbeben und Neurodermitis

Wie kompliziert, das erklärt Gieler an einem Beispiel, in dem eine Naturkatastrophe und die Krankheit Neurodermitis vorkommen. Im Januar 1995 bebte in der japanischen Stadt Kobe die Erde, mehr als 4500 Menschen starben, Hunderttausende wurden obdachlos.

Forscher fragten später Neurodermitis-Patienten, die das Beben erlebt hatten, wie schwer ihre Häuser beschädigt wurden – und ob sich der Zustand ihrer Haut verändert hatte. Bei 38 Prozent der Patienten, deren Häuser stark beschädigt wurden, war die Neurodermitis schlimmer geworden. Und bei neun Prozent von ihnen besser.

Bei etwa der Hälfte der Patienten hatte der Stress der Haut entweder geschadet oder gar geholfen. Bei der anderen Hälfte hatte der Stress allerdings gar nichts an ihrer Krankheit verändert. Ähnlich wie bei Patienten, die aus anderen Teilen Japans kamen, zur gleichen Zeit kein Beben erlebt hatten und zur Kontrolle befragt wurden.

Neuro und Derma, Nerven und Haut, stecken in dem Namen, unter dem die meisten Menschen die Krankheit kennen. Ärzte sprechen von einem „atopischen Ekzem“, einem Ekzem, das mit einer Atopie, einer Überempfindlichkeitsreaktion, verbunden ist.

Warum ein Mensch an Neurodermitis erkrankt, können die Ärzte selten klären. Inzwischen wissen sie aber, dass neurogene Entzündungen den Verlauf des Ekzems beeinflussen können.

„Eine sehr klare Stressbelastung kann sich auf die Haut auswirken“, sagt Gieler. Der Stress setze Neuropeptide frei, Botenstoffe im Nervengewebe, die in das Immunsystem eingreifen, und gelange so bis in die Haut. Der Stress könne aber auch, das zeige die Erdbebenstudie, dazu führen, dass der Körper andere Kräfte mobilisiert und Symptome unterdrückt.

Stress kann direkt auf die Haut wirken. Das ist der erste Zusammenhang. In diesen Fällen stimmt das Bild von der Haut als Seelenspiegel. (online WeltN24 GmbH) Wenn ich den Faden aus der Studie verfolge, bedeutet das also, auch wenn es offenbar komplexe Zusammenhänge bei diesem Thema gibt, lässt sich aber doch sagen, dass sich besondere Ereignisse offenbar auf das seelische Wohlbefinden und die Haut auswirken können.

Abgeleitet aus diesen Erkenntnissen und meiner eigenen Erfahrung der letzten Jahre habe ich den folgenden Ansatz daraus abgeleitet.

Meine 2 Hauptthesen zur Entstehung von Hautkrankheiten

1.Bei Hautkrankheiten gibt es keinen singulären Auslöser, sondern eine Vielzahl von Gründen und die inneren und äußeren Lebensumstände spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Hautkrankheiten und können sogar vererbt werden.

Wenn viele jetzt mit dem Kopf schütteln oder mich für einen Spinner halten, kann ich damit gut leben, denn das kenne ich seit Jahren aus dem Bereich Ayurveda. Was mich aber nicht davon anhält die Fährte weiter zu verfolgen. Wie komme ich zu der These?

An der Stelle ein kleiner Ausflug in die Epi Genetik, eines der zentralen Themen der Genetik des 21. Jahrhunderts. Grob gesagt, befasst man sich in der Epi Genetik unter anderem damit, wie Lebensbedingungen auch Veränderungen im Erbgut hervorrufen können. Mittlerweile weiß man, dass zum Beispiel dauerhaft negative Ernährungs- und Umweltbedingungen auch Veränderungen auf Ebene der Gene hervorrufen können. Daneben können sich auch psychosomatische Effekte wie Depression über mehrere Generationen auf die Gene auswirken. Damit belegt die moderne Wissenschaft unbewusst die Karma Idee des Ayurveda, die davon ausgeht, dass Handlungen und Emotionen positiv wie negativ tiefgreifende Veränderungen gerade im seelischen Bereich bewirken. So ist unter anderem mittlerweile auch erwiesen, wie sich Gewalt an Schwangeren auf die Genetik der ungeborenen auswirkt. (Prof.Dr. Thomas Elbert, Kompetenzzentrum für Psychotraumatologie am Zentrum für Psychiatrie Reichenau). In diesem Zusammenhang wäre es natürlich völlig vermessen, davon auszugehen, das die menschliche Seele Prozesse, wie Heimatentzug, Unversöhnlichkeit, Aggression und Trennung unbeschadet übersteht, selbst wenn es schon mehrere Generationen zurückliegt.

2. Denaturierung und Bewegungsmangel sind die Hauptursachen vieler Krankheiten und spielen auch bei Hautkrankheiten eine große Rolle!

Die Evolution ist eine Schnecke, der Stoffwechsel allerdings auch, denn bezogen auf unsere Entwicklungsgeschichte sind wir erst vor ein paar Minuten aus den Wäldern gehüpft. Unsere Vorfahren lebten hunderttausende von Jahren in Wäldern, Steppen, Gebirgen etc. Unser Körper ist auf genau diese Lebensweise ausgelegt. Normalerweise können wir problemlos 30 bis 40 Kilometer am Tag zurückzulegen, vor google konnten wir aufwendige Fragestellungen und Probleme selbständig lösen und komplexe Mischkost verdauen. Heißt, unsere aktuelle Lebens- und Ernährungsweise ist eine Vollbremsung mit 180 Sachen voll an die Wand! Unserem Körper und unserem Stoffwechsel fehlen so ca. 150.000 Jahre

Anpassungszeit an unsere aktuelle Lebens- und Ernährungsweise. Viele Menschen in sogenannten modernen Gesellschaften bewegen sich noch zwischen 800 birs 1000 Meter am Tag, sind mit viel gutem Willen noch eine Stunde an der frischen Luft, dafür locker bis zu 10 Stunden am Computer und ernähren sich vor allem noch von drei Lebensmitteln: Fleisch, Getreideprodukte und Milchprodukte. Im deutschen Durchschnitt heißt das knapp 60 Kilo Fleisch netto, 120kg Milchprodukte und gut 50kg Getreideprodukte wie Nudeln, Brot etc. Dann wundern wir uns ernsthaft warum es uns so geht, wie es uns geht! Als Gegenbewegung Waldbücher zu kaufen, Vitamin D pillen zu schlucken und teueres Superfood wird da leider auch nicht weiterhelfen!

Das einzige was wirklich hilft ist eine elementare und ganzheitliche Lebensumstellung bei der wir unsere Natur und unsere naturgemäßen Bedürfnisse und Eigenschaften berücksichtigen, auch wenn das lästigerweise Arbeit an sich selber bedeutet…

Teil 2 folgt in den nächsten Tagen.

Alles Liebe

Volker

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1 Comment

  • Vielen Dank Volker, für diesen Text. Ich finde es sehr interessant und freue mich mehr zu hören. Und toll, das du dieses jetzt für ALLE zugänglich machst. Dieses ist eine neue Art und Weise Wissen weiterzugeben , ohne den materiellen Ansatz im Vordergrund zu haben. Gratulation!

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