Hautkrankheiten ganzheitlich heilen von Volker Mehl Teil 2

Wie kann Ayurveda in der Behandlung von Hautkrankheiten helfen?

Um besser verstehen zu können, warum ich den ganzheitlichen Ansatz des Ayurveda in der Ekzem Therapie verwende, hier eine kleine Einführung zum Thema Ayurveda.

Ayurveda kennen die meisten, wenn sie überhaupt schon mal davon gehört haben, eigentlich nur im Zusammenhang mit Menschen und nicht mit Tieren. Ayurveda heißt übersetz so viel wie Wissen vom Leben und ist eine über 7.000 Jahre alte universelle Betrachtungsweise auf alle Geschehnisse und Lebewesen der Natur. Jedes Lebewesen bis zur kleinsten Zelle ist ein kleiner Mikrokosmos, ein Abbild der umgebenden Welt. Die Natur folgt gewissen Rhythmen, Zyklen und Kräften und jedes Lebewesen ist in diesen Kreislauf eingebettet.

1. Ayurveda – Einführung

Ayurveda bedeutet wörtlich übersetzt, die Wissenschaft vom Leben. Ayurveda ist als Teil der „vedischen Wissenschaft“ entstanden. Die vedischen Schriften bestehen aus Grundlagenwerken ähnlich der christlichen Bibel, gehen aber in ihrem Umfang weit über diese hinaus.

Die vedischen Wissenschaften bestehen aus:

Ayurveda – widmet sich dem gesunden Leben und dessen Verlängerung, der Prävention sowie der Therapie von Erkrankungen. Durch alte astronomische Aufzeichnungen in vedischen Texten ist uns bekannt, daß Ayurveda bereits 4000 v.Chr. praktiziert wurde.

Vastu – die Mutter des Feng Shui. Dieser Wissenszweig befasst sich mit der Ausrichtung von Wohngebäuden nach den Himmelsrichtung. Ebenfalls wird hier der individuelle Wohnungsgrundriss bis zum optimalen Schlafplatz berechnet.

Jyotisch – die vedische Astrologie. Dieser Wissenzweig befasst sich mit der Berechnung von Horoskopen. Auch günstige Zeitpunkte z.B. für Eheschließung oder Geschäftseröffnung werden durch die Astrologen ermittelt.

Yoga – dient der spirituellen Weiterentwicklung des Menschen. Mit sehr strengen Anweisungen wird der Schüler angeleitet, dem achtfachen Pfad des Yoga zu folgen und damit die spirituelle Entwicklung seiner Persönlichkeit zu fördern.

Durch die Verbreitung der vedischen Kultur gelangte Ayurveda im Osten bis nach Indonesien und im Westen bis nach Griechenland. So wurde Ayurveda zur Grundlage für traditionelle Heilsysteme in Tibet, Sri Lanka und anderen buddhistischen Ländern und beeinflußte die chinesische Medizin.

Der größte Teil des uns heute bekannten ayurvedischen Wissens stammt von Charaka, einem berühmten ayurvedischen Arzt. Seine Schüler haben nach seinem Tod sein Wissen gesammelt und niedergeschrieben. So sind drei Bücher entstanden. Diese drei Bücher nennt man Samhita = Schriftensammlung. Sie sind in Sanskrit abgefasst, der Gelehrtensprache des alten Indiens. Aus dem ersten Buch stammt dieses Zitat:

„Ayurveda ist das Wissen darüber, was angemessen und unangemessen ist, welche Lebensbedingungen glücklich oder traurig sind, was sich günstig oder ungünstig im Hinblick auf ein langes Leben auswirkt, und es ist auch das Maß des Lebens selbst.“

Charaka Samhita I, 41.

Damit ist gemeint: Ayurveda unterscheidet zwischen den Dingen die dem Leben förderlich sind und den Dingen die dem Leben schaden. Dies bezieht sich auf die Lebensweise des Menschen, seine Ernährung und sein Verhalten.

Beispiel: Hat ein Mensch dauerhaft zu wenig Schlaf wird dies seinem Leben (Gesundheit) nicht förderlich sein. Ißt er ständig zuviel, zu fett und trinkt viel Alkohol wird dies seinem Leben nicht förderlich sein. Hat er ständig zu viel Streß wird dies seinem Leben nicht förderlich sein. Es ist dann nur eine Frage der Zeit, wie schnell er erkrankt.

Ayurveda betrachtet den Mensch als eine Einheit von Körper, Seele und Geist .

2. Ayurvedische Anatomie

2.1 Grundlagen

Im Ayurveda wird davon ausgegangen, daß es drei grundlegende Energien in unserem Körper gibt. Diese werden oft als Bioenergien oder Konstitutionstypen bezeichnet. Dosha ist der ayurvedische Begriff für diese Energien.

Sind die Bioenergien oder Doshas aus dem Gleichgewicht geraten, entsteht Ungleichgewicht im Körper und damit Krankheit oder eine Vorstufe von Krankheit.

Die drei Doshas heißen „Vata“, „Pitta“, „Kapha“.
Sie werden den 5 Elementen Luft, Äther ( Raum ), Feuer, Wasser und Erde zugeordnet.

Den Elementen Luft und Äther ist das Dosha „Vata“ zugeordnet.
Übersetzt bedeutet es: „Das, was die Dinge bewegt“. Damit sind alle Bewegungen im Organismus gemeint, auch die mentale oder geistige Balance des Menschen. Bewegungen im menschlichen Organismus sind z.B.: die Atmung, die Herzaktion, die Darmtätigkeit. Ohne Vata-Anteile ist ein menschliches Leben nicht möglich.

„Pitta“ ist dem Element Feuer zugeordnet und bedeutet: „Das, was die Dinge verdaut“. Damit ist sowohl jeglicher Stoffwechselvorgang im Organismus gemeint, als auch die mentale Verdauung bzw. die geistige Verarbeitung aller aufgenommenen Informationen.

Den Elementen Erde und Wasser ist Kapha zugeordnet, die Sanskrit-Bedeutung dieses Wortes meint: „Das, was die Dinge zusammenhält“. Kapha sorgt für Substanz, d.h. Kapha bildet den größten Teil unseres Körpergewebes, z.B. jegliche Körperschmierung zwischen den Gelenken und Organen.

Die Elemente Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde werden den einzelnen Doshas wie folgt zugeordnet:

Vata: Äther und Luft

Pitta: Feuer und Wasser

Kapha: Wasser und Erde

Jedem Dosha werden spezielle Eigenschaften zugeschrieben. Nachfolgend finden Sie einen tabellarischen Überblick über die Eigenschaften der einzelnen Doshas.

Vata

ist das wichtigste der drei Doshas. Vata-Störungen haben meist ernsthaftere Folgen als die der beiden anderen Doshas.

trocken: Vata dominierte Menschen haben oft eine trockene Haut, trockene Lippen, trockene Schleimhäute und neigen zu Verstopfung (Trockenheit im Dickdarm)

kalt: Vata dominierten Menschen ist es schnell kalt, sie haben oft eiskalte Hände und Füße und fühlen sich im Winter gar nicht wohl.

leicht: Vata dominierten Menschen fällt es leicht sich Dinge zu merken, leider vergessen sie diese auch wieder leicht. Es sind die Menschen mit dem guten Kurzzeitgedächtnis.

feinstofflich: Das ätherische Element spiegelt sich in ihrem Interesse für Esoterik wieder.

beweglich, antreibend: Vata dominierte Menschen bewegen sich sehr gerne. Sie sind oft ruhelos und rastlos. Sie können nur schwer stillhalten. Auch die Sprache ist schnell, oft sogar hektisch.

rauh: Die rauhe Eigenschaft zeigt sich bei der Haut, den Nägeln, den Lippen und den Fußsohlen.

klar: Vata dominierte Menschen haben oft klare Visionen. Aber auch Körperabsonderungen sind hier gemeint, z.B. der klare Schleim aus der Nase bei Schnupfen.

Pitta

leicht ölig: Bei Pitta dominierten Menschen ist die Haut leicht ölig. Sie müssen sich kaum eincremen. Auch die Haare und die Schleimhäute haben diese Eigenschaft.

heiß/erhitzend: Pitta dominierten Menschen ist schnell warm. Sie vertragen direkte Sonneneinstrahlung nicht gut. Auch im Winter brauchen sie es nicht besonders warm.

durchdringend/scharf: Pitta dominierte Menschen verfügen meist über einen scharfen Verstand. Doch auch der Körpergeruch kann scharf und durchdringend sein.

flüssig:  Pitta dominierte Menschen schwitzen leicht. Der Schweiß ist flüssig und nicht klebrig.

sauer: Pitta dominierte Menschen mögen saure Speisen, auch scharf und salzig bevorzugen sie. Der Körpergeruch kann säuerlich sein.

beweglich: Pitta dominierte Menschen bewegen sich gerne. Sie sind meist keine guten Verlierer im Sport. Bei Bewegungsmangel gerät das Pitta Dosha leicht ins Ungleichgewicht.

leicht: Pitta dominierte Menschen begreifen leicht. Sie können sich leicht entscheiden.

Kapha

schwer: Das Prinzip der Schwere ist in diesen Menschen vorhanden. Oft tun sie sich schwer mit Entscheidungen.

kühlend/kalt: Sie sind nicht so kälteempfindlich wie Vata. Die Hautoberfläche ist oft kühl ohne daß es ihnen kalt ist.

weich/glatt: Die Haut dieses Doshas ist weich/glatt und gleicht oft einer Pfirsichhaut.

langsam/ träge: Diese Menschen genießen es alles etwas langsamer angehen zu lassen. Sie verabscheuen Hektik. Das träge Prinzip führt dazu, daß sie sich oft nicht aufraffen können, besonders zu sportlichen Aktivitäten.

stabil/statisch/unbeweglich: Sie sind in ihrer Meinung sehr stabil, gewissenhaft und oft unbeweglich sowie unflexibel. Für Neuerungen sind sie nicht unbedingt zu haben. Sie sind absolut zuverlässig.

schleimig: Sie neigen zu Erkrankungen mit Verschleimungen. Das schleimige Prinzip findet sich in Form der Gelenkschmierung bei den Gelenken um eine reibungslose Bewegung zu ermöglichen.

ölig: Die Haut ist eher fettig. Die fetten Haare gehören ebenfalls zu diesem Dosha, wobei die Ausprägung unterschiedlich ist.

Merke: Alle drei Doshas sind in unterschiedlicher Verteilung in jedem Menschen enthalten.

Im Ayurveda interessiert sich der ayurvedische Arzt oder Heilpraktiker dafür, in welchem Verhältnis zueinander diese Doshas stehen. Der ayurvedische Arzt oder Heilpraktiker findet anhand der Erkrankung oder des Beschwerdebildes heraus, welches Dosha sich im Ungleichgewicht befindet. Ungleichgewicht bedeutet ein oder mehrere Doshas sind erhöht. Der Heilpraktiker verordnet spezielle ayurvedische Kräutertabletten und therapeutische Ölanwendungen um das gesunde Doshaverhältnis wieder herzustellen. Ergänzt wird dies durch die dem erhöhten Dosha angepassten Ernährungsvorschläge, die mithelfen die Balance wieder herzustellen.

Im Ayurveda werden den Doshas bestimmte Körperregionen zugeordnet.

Vata befindet sich im Dickdarm, in der Taille, den Hüften, den Ohren, den Knochen und in den Tastkörperchen der Haut.

Pitta befindet sich im Dünndarm, in den Augen und der Verdauungskraft.

Kapha befindet sich durch seine Aufgabe der Schmierung der Gelenke und innerer Organe im ganzen Körper, der Hauptsitz ist der Brustkorb.

2.2 Die Tageszeiten und die Doshas

Der Tag und die Nacht werden in jeweils drei Teile gegliedert. Diese werden den einzelnen Doshas zugeordnet. Es handelt sich hier um ganz normale Abläufe, die nichts mit Erkrankungen zu tun haben. Ist ein Mensch z.B. erkrankt, und dies ist einem erhöhten Vata zuzuschreiben, dann wird es ihm in der Vata-Tageszeit schlechter gehen.

Das Vata-Dosha erhöht sich am Tag von 14 bis 18 Uhr und nachts zwischen 2 bis 6 Uhr. Vata dominierten Menschen tut es gut zwischen 14 und 18 Uhr einen kleinen salzigen Snack zu essen. Klagt ein Mensch über Schlaflosigkeit in der Nacht zwischen 2 und 6 Uhr, so muß man an eine Vata-Störung denken.

Das Pitta-Dosha ist am Tag von 10 bis 14 Uhr und in der Nacht von 22 bis 2 Uhr erhöht. In der Mittagszeit ist die Verdauungskraft bei allen Menschen am höchsten,deshalb sollte die Hauptmahlzeit des Tages um diese Zeit eingenommen werden. Die Pitta-Zeit in der Nacht ist eine Zeit in der es oft gelingt nochmal richtig munter zu werden. Viele Menschen kennen das, bis 22.00 Uhr hat man sich wach gehalten und danach ist man auf einmal wieder munter.

Die Kapha-Tageszeit ist am morgen von 6 bis 10 Uhr und am Abend von 18 bis 22 Uhr. Schläft man morgens zu lange – also bis in die Kaphazeit hinein, ist man oftmals den ganzen Tag träge und kommt nicht so richtig in Gang. Ißt man Abends in der Kaphazeit, liegt das Essen schwerer im Bauch als zur Mittagsstunde. Die Verdauung ist um diese Zeit träge.

2.3 Das Lebensalter und die Doshas

In der Kindheit ist Kapha ausgeprägt. Hier steht wachsen und gedeihen – essen und schlafen im Vordergrund.

Ab der Pubertät bis Ende 40, Mitte 50 rückt Pitta in den Vordergrund. Man bezeichnet es oft als die Sturm- und Drangzeit des Menschen. Hier findet das Erwachsenwerden statt. Der Mensch findet seinen beruflichen Weg. Die Familiengründung fällt in diese Zeit.

Die Vata-Lebensphase ist das Alter, bei Frauen beginnt die Vata-Zeit sehr oft gleichzeitig mit der Menopause. Im Alter rücken bei vielen Menschen Erkrankungen und Schmerzen in den Vordergrund. Schmerz, Schlaflosigkeit, Angst und Kummer sind Eigenschaften von Vata.

So, Ihr Lieben das war Teil 2. Wenn Ihr Fragen habt, scheut Euch nicht diese zu stellen.

Alles Liebe

Volker

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1 Comment

  • Auch habe Dank Ayurveda wieder ein Leben geschenkt bekommen. Seit 30 Jahren Schuppenflechte mit Gelenksbeteiligung und von der Schulmedizin austherapiert. Seit 2013 in Ayurvedabehandlung, Pancha Karma Kuren und kann ohne Krücken gehen, Haut heilt und auch seelisch auf den Weg der Besserung. Ernährung umgestellt Dennoch habe ich das Gefühl das momentan nichts weitergeht warum weiß ich nicht. vielleicht kann ich mit anderen Betroffenen Erfahrung austauschen, Ratschläge und Vorschläge

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