Hautkrankheiten ganzheitlich heilen von Volker Mehl Teil 4

2.8 Die primäre Verdauung im Ayurveda nach Subhash Ranade

Im Ayurveda wird die Verdauung den Doshas zugeordnet und unterteilt.

1. Kapha-Anteil – Mund und Magen

2. Pitta-Anteil – Magen und Dünndarm

3. Vata-Anteil – Dickdarm

2.9 Die sekundäre Verdauung (Vipaka)

Die sekundäre Verdauung beschreibt in ihren drei Unterarten den Nährwert der Speisen für die Körperzellen.

1. Süßer Geschmack: sorgt für die Ernährung der Gewebe und sorgt für eine reibungslose Ausscheidung der Abfallprodukte. Er erhöht das Kaphadosha.

2. Saurer Geschmack: damit meint man alle organischen Säuren, die in Speisen enthalten sind. Sie tragen nichts zur Ernährung der Gewebe bei, sind aber wichtig für die freie Beweglichkeit der Ausscheidungsprodukte (Stuhl). Der saure Geschmack erhöht Pitta.

3. Scharfer Geschmack : alle Nahrungsmittel mit bitterem, scharfem und zusammenziehendem Geschmack. Sie sind z.B. hilfreich bei Durchfall. Keine Funktion für die Ernährung der Körpergewebe. Der scharfe Geschmack erhöht Vata.

 

2.10 Giftstoffe (Ama) als Ergebnis eines gestörten Stoffwechsels

Ama heißt wörtlich : „nicht ausreichend durch das Verdauungsfeuer verbrannt.“

Auch Ama hat Eigenschaften. Sie sind: kalt, schwer, feucht, dick, klebrig, trüb, Gärneigung.

Durch die Ernährungsgewohnheiten im Westen kann man davon ausgehen, daß die meisten Menschen Schlackenstoffe im Organismus haben. In Indien leitet man die Schlackenstoffe mit einer großen Reinigungskur (Pancha Karma Kur) aus. Damit wird auch vorbeugend (Präventiv) gearbeitet. Die Gesunderhaltung des Menschen steht an erster Stelle. Auch bei schon bestehenden Erkrankungen findet diese Kur erfolgreiche Anwendung. In Deutschland werden diese Kuren in unterschiedlicher Zeitdauer angeboten.

Allgemeine Symptome, die auf das Vorhandensein von Ama hinweisen:

Verdauungsstörungen

Mundgeruch

Dicker Zungenbelag

Auswurf von klebrigem Schleim, Appetitverlust

Geschmacksverlust

Aufgeblähter Bauch oder Brustkorb mit Druckschmerz

Schweregefühl

Müdigkeit

Kraftlosigkeit, Abstumpfen des Geistes und der Sinne

Ama -fördernde Faktoren:

Schwere und schleimbildende Nahrungsmittel

Tierische Produkte

Ölanwendungen

Starke Emotionen (auch Streß)

Überessen

Zu viel ungekochte Nahrung

Unregelmäßige Nahrungsaufnahme

Klimawechsel

Unterdrücken der natürlichen körperlichen Bedürfnisse

Verdorbene Nahrung

3. Prakiti = die individuelle Konstitution

Jeder Mensch besteht aus Doshas, Dhatus, Srotas etc., jedoch treten diese in individueller Gewichtung auf. Zur Behandlung von Krankheiten ist diese Individualität ausschlaggebend in ihrer Beachtung für den Erfolg der Behandlung.

Die ursprüngliche Bedeutung von Prakiti ist Natur. Ayurvedisches Wissen sagt, daß die Prakiti eines Menschen sich in der Gebärmutter der Frau formt. Nach der Geburt beeinflussen wieder andere Elemente die Prakiti. Im Ayurveda wird bei bestehendem Kinderwunsch alles unternommen, um die Gesundheit des Kindes positiv zu beeinflussen. Dies beginnt mit Reinigungkuren für die „werdenden Eltern“ bereits vor der Zeugung des Kindes.

Es werden sieben Konstitutionstypen unterschieden:

Vata

Pitta

Kapha

Vata-Pitta

Vata-Kapha

Pitta-Kapha

Vata-Pitta-Kapha (Tridosha)

Im Westen hat sich die Schreibweise verbreitet, immer das höchste Dosha zuerst zu nennen. Damit entstehen 10 Kombinationen und nicht nur sieben. Es kommen dann noch dazu:

Pitta-Vata

Kapha-Vata

Kapha-Pitta

4. Stressreduktion & Wellness im Ayurveda

Das Sprichwort: Ausgeglichenheit kommt von innen, lässt sich mit Ayurveda einfach erklären:

Befinden sich Dosha und Dhatus im Gleichgewicht, kann Agni optimal funktionieren, dann wird der Mensch unzweifelhaft eine positive, schöne Ausstrahlung haben.

5.1 Der Hauttyp des Menschen und seine Merkmale

Trockene Haut – Vata: Eher ein schmales Gesicht, dünne, trockene Haut, feine Poren, eherdunkel, eventuell Zeichen von Rastlosigkeit (Tics), oftmals gelocktes Haar von Natur aus, kantiges Gesicht, dunkle Schatten, krauses Haar.

Empfindliche Haut – Pitta: Sensibel, mittlere Kopfform, glänzende Haut mit öligen T-Zonen und trockenen Wangen, oft kräftiges aber nicht dickes Haar, oft rötlich oder aufgehellt. Ein oftmals ehrgeiziger Mensch.

Ölige Haut – Kapha: Großflächiges Gesicht, oft anfällig für Gewichtszunahme, dicke, ölige, weiche Haut mit großen Poren, dunkles Haar, oft gewellt, ruhig.

5.2 Prakriti und Hauttyp

Vata: trocken

Vata – Pitta: trocken und leicht sensibel

Vata – Kapha: trocken mit dickerer Haut

Pitta: sensible Haut

Pitta – Vata: sensibel und leicht trocken

Pitta – Kapha: sensibel und leicht ölig, dick

Kapha: ölig

Kapha – Pitta: ölig und leicht sensibel

Kapha – Vata: ölige T-Zonen mit trockener Stirn und Wangen

Tridosha: trocken, sensibel oder ölig

5.3 Sitze der Doshas in der Haut

Vata: Oberhaut (Epidermis) und Lederhaut (Cutis)

Pitta: Lederhaut (Cutis) und Grenze zur Oberhaut (Keimschicht)

Kapha: Unterhautfettgewebe (Subcutis) und Lederhaut

So, das war es erstmal. Weiter geht es dann mit Teil 5. Solltet ihr Fragen haben, schreibt sie gern an info@volker-mehl.de

Alles Liebe

Volker

 

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