Über die Herstellung ayurvedischer Heilmittel

Über die Herstellung ayurvedischer Heilmittel

Die Zubereitung der ayurvedischen Heilmittel wird in den klassischen Texten ausführlich behandelt und beschrieben. Denn bei der Zusammenstellung ist nicht nur die Identifikation der richtigen Pflanzen von großer Bedeutung, sondern auch welcher Teil der Pflanze verwendet wird, wann und wie er geerntet und aufbewahrt wird.
In der ayurvedischen Pharmakologie gibt es knapp 30 unterschiedliche Darreichungsformen.
Darunter Pulver, Extrakte, Tabletten, Abkochungen in Wasser, Milch und Ghee, Sirupe, Pasten, Gelees, Destillate und Kräuteröle. Das Ziel ist immer eine ganzheitliche Wirkung ohne Nebenwirkungen und eine gute Resorption zu erreichen, daneben sollen auch die energetischen Wirkungen der Kräuter erhalten werden.
Die wichtigsten Darreichungsformen sind: Churnas ( Churna bedeutet Pulver ).
Ein Churna ist ein Pulver aus getrockneten Kräutern, Früchten oder Pflanzenteilen. Häufig wird das Pulver mit dem Saft der selben Pflanze befeuchtet, in der Sonne getrocknet und wieder zermahlen. Meistens werden Churnas mit Wasser eingenommen. Abhängig von der Konstitution des Patienten und der Zusammensetzung des Churnas, wird es auch mit Ghee, Honig oder Milch eingenommen, um die Resorption zu verbessern.

Eine weitere Darreichungsform nennt man Vati oder Guti. Hier werden die zermahlenen Kräuter mit einer bestimmten Menge an Pflanzen- oder Fruchtsäften vermischt, bis eine tonartige Konsistenz entsteht. Daraus werden Pillen gedreht, die an der Sonne getrocknet werden.

Bhasma oder Pishti Bhasmas sind Zubereitungen aus gereinigten und pulverisierten Metallen, Edelsteinen und Mineralien. Die Inhaltstoffe werden erhitzt, gereinigt und zerrieben.
Bei Pishtis werden die Inhaltsstoffe nicht erhitzt, sondern lediglich pulverisiert, mit Rosenwasser befeuchtet und dann getrocknet.
Um einen hohen therapeutischen Nutzen von Bhasmas und Pishtis zu gewährleisten, gibt es diese Voraussetzungen:
1. Auf Wasser gestreut, sollten Bhasmas und Pishtis schwimmen.
2. Das Pulver sollte so fein zerrieben sein, dass es in die Rillen der Finger hineinkann.
3. Bei Erhitzung mit anderen Stoffen, darf ein Bhasma nicht mehr in seine Ausgangsform zurückkehren.

Kwath Ein Kwath ist ein Kräutergetränk, bei dem eine Mischung von Kräutern mit der 16 fachen Menge Wasser gekocht wird. Je länger die Mischung eingekocht wird, desto intensiver ist die Wirkung. Ein Kwath ist dadurch leichter aufzunehmen und hat eine stärkere Wirkung im Vergleich zu Churnas. Häufig ist ein Kwath auch die Flüssigkeit, mit der andere Präparate eingenommen werden, Stichwort Synergie.

Avaleha Das sind Pasten bei denen Ghee, Jaggery, Honig und Kräuter verarbeitet sind. Sie werden durch einen sanften, über Stunden dauernden Erwärmungsprozess hergestellt. Sie werden vor allem zusammen mit Milch als Anupana (Trägermittel) eingenommen. Avalehas nähren und stärken und werden vor allem zur Regenration und Aufbau von Geweben genutzt. Eine der bekanntesten Pasten ist Chyavanprash auf Basis von Amla.

Asavas und Rishtas Das sind Weine mit Zucker oder Honig, der Alkoholgehalt liegt zwischen 7 und 10 Prozent. Der Alkohol entsteht dabei durch Selbstgärung. Der Unterschied liegt darin, dass bei Asavas die Inhaltsstoffe in ungekochtem Wasser bis zur Fermentation aufgelöst werden. Bei Rishtas wird der Kräutertrank für eine bestimmte Zeit gekocht. Die wirksamen Eigenschaften nehmen dabei im Laufe der Zeit noch zu. Der Vorteil von Asavas und Rishtas ist, dass sie sehr leicht aufzunehmen sind, deshalb eignen sie sich besonders bei Menschen mit einer sehr schwachen Konstitution. Tailas Das sind Kräuteröle, die vor allem bei der Massage zur Anwendung kommen. Oft werden die heilsamen Wirkungen der Massage mit der Heilkraft der Phythotherapie kombiniert.
Im Allgemeinen werden die Öle nach dieser Methode zubereitet:
1 Teil Kräuter, 4 Teile Öl und 16 Teile Wasser werden bis zu 8 Stunden auf niedriger Flamme erhitzt. Während dieses Prozesses wird die Wirkung der Kräuter auf das Öl übertragen. Das Öl ist fertig, sobald das Wasser aus der Ausgangsmischung völlig verdampft ist.

Morgen geht’s weiter mit dem Thema Heilkräuter.

Euch allen wünsche ich einen schönen Tag!

Volker

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