Verbundenheit mit der Natur

Verbundenheit mit der Natur

Seid daher klug wie die Schlange und arglos wie die Tauben (Matthäusevangelium 10,16)

Mache Dir einmal die Weisheit und Klugheit der Natur um uns herum, der Tiere und Pflanzen ganz bewusst. Es ist die dieselbe Klugheit, die für uns das tut, was unser Verstand niemals leisten könnte: sie lässt unser Herz schlagen, unser Blut zirkulieren, verdaut unser Essen, heilt unsere Wunden, regeneriert jeden Tag Millionen von Zellen und baut unsere Abwehrkräfte auf, während dessen ist unser denkender Verstand mit ganz anderen Dingen beschäftigt.
Diese Form der Natur Klugheit kennen wir heute maximal noch von, wir sie nennen, primitiven Naturvölkern. Wir, die wir uns für weiterentwickelt und fortgeschritten halten, haben eine andere Klugheit kultiviert: die Klugheit des Verstandes. Wir haben irgendwann im Verlauf unserer Entwicklung festgestellt, dass wir der Natur nachhelfen können und uns damit Schutz, Sicherheit, längere Lebenszeit, Komfort und schnellere Fortbewegung verschaffen können. Alles Dinge, die einfachen Völkern komplett unbekannt sind. Die besondere Herausforderung liegt jetzt vor allem darin, die Arglosigkeit der Taube wieder für uns zu entdecken, ohne dabei die Klugheit der Schlange zu verlieren. Nur wie schaffen wir das?

Vor allem durch eine ganz elementare Einsicht, nämlich die, wenn wir in die Natur eingreifen und versuchen sie zu verbessern, schaden wir uns selbst, denn die Natur ist unser aller sein! Das ist so, als wenn wir uns selbst Ohrfeigen, oder mit dem Schienbein bewusst vor die Tischkante laufen und uns wundern, dass es schmerzt. Damit verlieren beide Seiten und anstatt eine schöpferische Kraft und Lebendigkeit zu entwickeln, verstricken wir uns in Konflikte und erleben innere Zerrissenheit. Das Geheimnis besteht jetzt darin, unsere eigene Natur im Einklang mit der uns umgebenden Natur zu verbessern.

Wie schaffen wir das?

1. Stelle Dir ganz konkret eine Veränderung vor, die Du in Deinem Leben entwickeln möchtest.
Würde diese Veränderung gelingen, wenn das Ego Deiner Natur diese Veränderung mit Gewalt und dem reinen Willen etwas werden zu wollen aufzwingt? Wie fühlt sich dieser Gedanke für Dich an? Das wäre die Schlange, die versucht die Taube zu töten. Bist Du bereit, Deinen momentanen Zustand und vielleicht auch Probleme zu beobachten, ohne mit Gewalt etwas verändern oder durchsetzen zu wollen? Willst Du stattdessen nicht mal den Versuch starten, wie es sich anfühlt es der Wirklichkeit zu überlassen, Veränderungen zu erreichen, die im Einklang mit Deiner Natur stehen?

Wenn wir unsere Wünsche, Bedürfnisse und Probleme anschauen und etwas verändern wollen, wie gehen wir ganz oft dabei vor? Wir versuchen die Veränderung zu erzwingen: durch Belohnung oder Strafe, Disziplin und Kontrolle, Glaubenssätze und Schuldgefühle, Gier und Stolz, Ehrgeiz und Eitelkeit. Selten gehen wir Veränderungen an mit: empathischem Verständnis, wachem Bewusstsein, liebevoller Geduld und Entgegenkommen.

2.Stelle dir ganz bewusst Deinen Körper vor und vergleiche ihn einmal mit dem Körper Deines Lieblingstieres in seiner natürlichen Umgebung.
Dein Lieblingstier hat niemals Übergewicht, Burn out, Rheuma oder ist angespannt. Es sei denn es geht um den Kampf auf Leben und Tod. Es isst und trinkt nicht was ihm nicht bekommt und es verletzt sich nicht ganz bewusst selber. Dein Lieblingstier hat alle Ruhe, die es braucht und ist der Natur und Elementen im rechten Maß ausgesetzt. Das Tier hört auf seinen Körper und lässt es zu, von der Klugheit der Natur geführt zu werden. Was würden wohl unsere Körper sagen, wenn er sprechen könnten? Wir sind ganz oft benebelt von unserer törichten, überheblichen Klugheit. Unsere Seele unterdrückt von Gier, Ehrgeiz, Wichtigtuerei und Imponiergehabe, unser Körper ganz oft betäubt, während wir dem nachjagen, was unser Ego als Ziel vorgibt. Wir haben über all dem die Arglosigkeit der Taube verloren.

3.Frage Dich jetzt ganz bewusst einmal, wie weit stehst du noch in Verbindung zur Natur?
Wie steht es um die Beziehung zu Deiner eigenen Natur? Wie weit bist Du noch verbunden mit den Bäumen, dem Gras, dem Wind, der Sonne, dem Regen, den Tieren? Wie weit setzt Du Dich der Natur noch aus? Wie oft kommunizierst Du mit der Natur, wie oft staunst Du noch über die Schönheit der Natur, wie oft spürst Du ganz bewusst, ein Teil davon sein? Wenn wir uns der Natur um uns herum und unserer eigenen Natur zu lange entziehen, geht uns wie einem entwurzelten Baum ganz wichtige Lebenskraft verloren, wir kommen nicht mehr in unsere schöpferische Kraft und unser Geist verliert seine Wachheit und Kreativität. Deshalb wünsche ich Dir ganz viel Mut, deine eigene Natur wieder zu entdecken und jetzt…. Ab in die Natur!

Alles Liebe
Volker

Foto: “Madeiras Lorbeerwälder” by Astrid Schoepplenberg

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